Jessica Jones #1 [deu]

Das Comic auf dem die Netflix Erfolgsserie basiert.
Jessica Jones

Autor: Brian Michael Bendis
Zeichner: Michael Gaydos, Bill Sienkiewicz, Mark Bagley, David Mack
Colorist: Matt Hollingsworth
Letterer: Datagrafix
Übersetzung: Bernd Kronsbein
Kaufen: Panini Shop
Leseprobe: MyComic.de
Bewertung: 5/5

Bevor Jessica Jones ein Hit auf Netflix wurde war sie eine Figur in den Marvel Comics. Allerdings war sie das nicht – wie z.B. Iron Man oder Daredevil – schon seit vielen Jahrzehnten sondern erst seit 2001. Da erfand Brian Michael Bendis die Figur der ehemaligen Superheldin die mittlerweile ziemlich herunter gekommen ist und eine Detektei betreibt. Sie raucht und trinkt und unternimmt alles möglich um mal wieder etwas fühlen zu können, war dank ihrer Superkräfte nicht mehr wirklich funktioniert.

In diesem Megaband sind die ersten 15 Hefte der Serie zusammengefasst und was erzählt wird unterscheidet sich doch stark von dem was in der Netflix Serie vor kommt. So taucht Killgrave beispielsweise gar nicht auf. Allerdings ist die Stimmung grundsätzlich die selbe, wenn auch eine viel stärkere Einbindung in das Marvel Universum vorhanden ist. So tauchen Daredevil und Carol Danvers recht schnell auf und später dann auch Rick Jones und Scott „Ant-Man“ Lang.

Es geht um Verschwörungen und Rassismus auf einen etwas abstrakteren Level. Es geht um die Nöte der „normalen“ Menschen im Marvel Universum und großartige Kämpfe sucht man hier vergebens. Es ist ein sehr erwachsenes Comic und das eben nicht wegen Sex oder Gewalt (wobei von ersterem durchaus etwas enthalten ist) sondern weil die Themen und die Geschichte erwachsen sind. Vor allem aber sind die Charaktere glaubwürdig und die Grenze zwischen Marvel Welt und realer Welt verschwimmt hier ein wenig. Es sind keine hochtrabenden Konzepte um die Frage ob man den Hulk auf einen anderen Planeten deportieren sollte oder ob jemand der die Zukunft vorher sagen kann zur Verhinderung von Verbrechen eingesetzt werden sollte, es ist sehr „bodenständig.“

Hier hilft es das Gaydos eben nicht die Standard Superheldenkost liefert. Seine Zeichnungen haben eine gewisse Härte und Unnahbarkeit. Seine Frauen sind eben keine Sexsymbole obwohl man ihre Schönheit erkennen kann. Zudem hat er eine Panelkomposition (man möchte fast schreiben Kameraführung) die an Intensität ihresgleichen sucht. Dazu noch die Tatsache das Hollingsworth mit gedeckten Farben arbeiten und eben nur dann in die bunte Welt der Superhelden eintaucht wenn es nötig ist.

Da Marvel gestern eine neue Jessica Jones Serie angekündigt hat kommt dieser Megaband von Panini genau zum richtigen Zeitpunkt um sich darauf einzustimmen.

2 Gedanken zu „ Jessica Jones #1 [deu]

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