Der politische Diskurs ist im Arsch!

Sorry, für die doch sehr deutliche Sprache, aber ich weiß mich in diesem Fall einfach nicht anders auszudrücken.

Es ist zum Verzweifeln. Da wird man in letzter Zeit immer wieder darauf hingewiesen, dass man durch bestimmte Aussagen die Spaltung in Deutschland weiter voran treiben würde. Manche dieser Aussagen sind natürlich Blödsinn, aber einige sind sehr gut durchdacht und sprechen mir irgendwie aus dem Herzen.

Es ist sicher keine Lösung AfD Wähler, AfD Sympathisanten, PEGIDA Anhänger oder „besorgte Bürger“ als dumm oder rassistisch zu bezeichnen. Damit würge ich sehr schnell Diskussionen ab und sorge dafür das diese Leute mir nicht mehr zuhören oder zumindest meine Worte nicht aufnehmen, sondern nur versuchen sich zu verteidigen. Genau das sorgt dann für eine weitere Spaltung in der Gesellschaft.

Die Alternative jedoch, ist doch genau das nicht zu tun.

Nicht darauf hinzuweisen
– dass es dumm ist eine Partei zu unterstützen, die das Reich / Arm Gefälle durch ungerechte Steuerpolitik ungerechte Steuerpolitik erheblich verschlimmern will, wenn man selbst genau das verhindern will.
– dass es dumm ist eine Partei zu unterstützen, die eine Ungleichbehandlung von Frauen fordert wenn man selbst darunter zu leiden hat.
– dass es dumm ist zu kritisieren, dass es in Deutschland keine Pressefreiheit gäbe und dann die AfD zu unterstützen.
– dass es hochgradig dumm ist gegen wissenschaftlichen Konsens den von Menschen gemachten Klimawandel zu leugnen.
– dass es rassistisch ist eine wie auch immer geartete „Deutschland zuerst“ Philosophie zu vertreten.
– dass es unmenschlich ist in Kauf zu nehmen, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken.
– dass es dumm, unmenschlich und rassistisch ist einen ideologischen Streit auf dem Rücken derer aus zu tragen, die knapp mit ihrem Leben aus einem Krieg geflohen sind. (Bilder von Aleppo kann jeder selbst Googlen)

Aber ist das wirklich eine Option? Sollte man Leute die, ausgesprochen dumme Sachen sagen, nicht darauf hinweisen?

Das ist doch letztendlich die noch schlechtere Lösung. Vielleicht wird durch das Verschweigen der Dummheit und des Rassismus Anderer die Spaltung in der deutschen Gesellschaft ja tatsächlich nicht größer (was ich auch mal anzweifle), aber wenn dann nur auf Kosten der gesamten Gesellschaft.

Wenn man dumm nicht mehr als dumm bezeichnet, kommen Leute irgendwann auf die Idee das es gar nicht dumm ist.
Wenn man Rassismus nicht mehr öffentlich so nennt, denken Menschen das wäre okay so.
Wenn man Unmenschlichkeit verschweigt, verliert man ein Teil seiner eigenen Menschlichkeit.

Es ist also ein Lose-Lose Szenario wie der Amerikaner jetzt sagen würde. Man kann nur verlieren.

Nur Zusammen

boatengIm Vorfeld der EM gab ja viele Diskussionen unter anderem um Boateng oder Özil. Ich werde nicht nochmal auf all das unsägliche Verlinken was gesagt und geschrieben wurde, diese Grenzwanderung des Erträglichen wurde nun schon zu oft verbreitet.

Das erste Spiel war in meinen Augen ein schönes Bild dafür, dass wir nur Zusammen etwas erreichen können. So eine Mannschaft ist eben mehr als die Summe ihrer Teile. Ein großer Teil des Erfolges kommt daher das diese Teile – so unterschiedlich sie sind – gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Es ist keine Einzelleistung von Neuer oder Schweinsteiger sondern eine Gemeinschaftsleistung von allen, inkl. der Beteiligung von Boateng, Müller, Mustafi, Draxler oder Özil.

Aus diesem Grund ist Inklusion so wichtig. Man darf nicht Leute aus der Gemeinschaft ausschließen weil sie einen anderen Glauben haben, oder eine andere Hautfarbe, oder sie selbst oder die Eltern aus einem Land kommen das man selbst aus unerfindlichen Gründen als problematisch ansieht. Mustafis Eltern kommen aus Albanien, Özil ist Moslem und Boateng schwarz. All das sagt NICHTS über den Charakter dieser Personen aus, nichts über ihre Motivation oder Freundlichkeit, nichts über das was sie zum Gemeinwohl beitragen.

Wir müssen für mehr Toleranz kämpfen. Dafür das diese vermeintlichen Unterschiede endlich als nicht relevant angesehen werden. Das muss sich in großen Themen wie der Flüchtlingspolitik zeigen aber eben auch in kleinen Themen z.B. wie wir untereinander über vermeintliche Minderheiten reden. Wenn wir meinen das es okay ist abwertende Begriffe in unserer Spache zuzulassen haben wir ein Problem.

Wir müssen mehr Toleranz leben UND fordern. Wir müssen aber auch intolerant gegenüber der Intoleranz sein!

Schreckliche Enthüllungen über TTIP

SchiffEs ist einfach unfassbar. Da setzt die EU doch tatsächlich die USA unter Druck und verlangt das es weitere Erleichterungen für den Absatz ihrer erwiesenermaßen umweltschädlichen Fahrzeuge gibt um den USA im Gegenzug zu erlauben einfache Lebensmittel in Europa verkaufen zu dürfen… oder so. Es ist schon dreißt was die EU da verlangt. Im Zuge des erheblichen Umweltskandals um VW der sich ja gerade auf andere Hersteller ausweitet ist es schon dreist was die EU hier abzieht. einfache“ target=“_blank“>Vollkommen sichere Lebensmittel als Druckmittel zu nutzen ist schon recht perfide.

Zudem sollte sowas doch über Verhandlungen laufen wo man Kompromisse eingeht und Zugeständnisse macht und nicht über „Druck“.

Wenn das so weiter geht behaupten die am Ende noch das Impfungen gar kein Autismus hervorrufen, das der Klimawandel von Menschen gemacht wurde oder das die Erde rund sei … unvorstellbar.

*seufz*

Mal allen Sarkasmus beiseite: Ich bin erschreckt darüber wie Leute die Populismus bei Schlagworten wie „Asylflut“ oder „Wirtschaftsflüchtlinge“ ankreiden auf andere Schlagworte wie „Genmais“ oder „Chlorhühnchen“ reinfallen und sich absolut nicht um Fakten scheren.

Der größte Kritikpunkt an TTIP ist diese Geheimniskrämerei die den Verhandlungsparteien jetzt sauer aufstößt. Die sind einfach davon ausgegangen das die Mehrheit die Verhandlungen nicht versteht und sich von Panikmache beeinflussen lässt und wollten das verhindern. Das hat wohl nicht so funktioniert.

Flüchtlinge: Wir schaffen das nicht.

Oder – um konkret zu werden – ich schaffe das ich.

Ich schaffe es nicht was ich mir fest vorgenommen hatte: Online, und gerade auf Facebook gegen Rassismus, Sippenhaft und Falschinformationen einzustehen. Viele meiner Freunde dort haben ihre Freundeslisten schon gesäubert und von all denjenigen befreit die auf die Propaganda von Pegida, AfD und ähnlichen Gruppierungen reinfallen. Mir war es dagegen immer wichtig genau das nicht zu tun, damit diese Leute sich nicht irgendwann dadurch bestätigt sehen das ihnen keiner mehr widerspricht.

Das kann ich nicht mehr.

Zum Einen liegt das daran das viele der mehr oder minder versteckten Hassbotschaften so gepostet werden das man gar nicht mehr kommentieren kann, da haben die Ersteller scheinbar gelernt. Zum Anderen habe ich die Kraft auch nicht mehr mich der Dummheit und dem teils doch recht offenen Hass auszusetzen. Ich werde meine Bemühungen dann doch eher in das Reale verlegen und Facebook dann doch eben nur für Hobbies und Kontakt zu wirklichen Freunden nutzen.

Was das Fass zum überlaufen gebracht hat war ein geteiltes Bild von 2 Kampfhunden die als effektives Mittel gegen sexuelle Belästigung angepriesen wurden weil sie nur „Mett“ fressen würden und als Beispiele wurden dann eben arabische Namen die auf „-met“ enden genannt. Dieses Bild sah ich bei einem Fußballturnier kurz nachdem ein Vater seinem Sohn Mehmet – der im selben Alter ist wie mein Sohn – etwas zurief. Sofort schoss ungefragt ein Bild in meinen Kopf wie eben diese beiden Hunde über dieses Kind herfielen und das war dann einfach zu viel.

Wer meint Sexismus mit Rassismus bekämpfen zu müssen hat nichts verstanden.

Sascha Lobo hat es sehr gut ausgedrückt:

Zivilisiert zu sein bedeutet, nacheinander neun Schwarzhaarigen zu begegnen, die sich alle als Arschlöcher erweisen, und trotzdem dem zehnten Schwarzhaarigen nicht deshalb in die Fresse zu hauen.

Wir sind zivilisiert und wir müssen lernen das man Verbrecher als Verbrecher bestraft und zwar rechtsstaatlich. Mit Beweisen und Verhandlung und nach geltenden Gesetzen (nach denen z.B. alle die an Silvester in Köln an den Taten beteiligt waren sowieso ausgewiesen würden). Weil Person A ein Verbrechen begangen hat kann man Person B in KEINSTER Weise dafür verantwortlich machen nur weil diese irgend eine Eigenschaft (Herkunft, Religion, Ethnie) mit Person A teilt. Das ist in keinster Weise zivilisiert und führt letztendlich zu Hass und Gewalt.

Von da her werde ich jetzt auch sehr rigoros aufräumen.

Bildkorrektur

tumblr_o0fncrLREZ1v2jc76o2_r1_1280Oftmals sagt ein Bild mehr als tausend Worte, wenn man dann Bilder und Worte kombiniert kommt dabei mein liebstes Hobby heraus: Comics. Das man dies nun sehr gut mit einer meiner anderen Interessen verbindet, nämlich dem Verbreiten von Fakten und dem Aufräumen mit Vorurteilen kann nur gut sein.

Die Seite http://bildkorrektur.tumblr.com/ macht dies sehr schön, jeder der mal wieder zu einem Schwachsinn der gepostet wurde ein Argument braucht kann sich da gerne bedienen. Bitte verändert aber die Bilder nicht und denkt an die Quellenangabe.

Xavier Naidoo, der ESC und die Medien

Mit Erschrecken musste ich feststellen das auch einige meiner FB Freunde den Beiträgen zustimmen die Naidoo in Schutz nahmen. Gerade bei den Christen unter ihnen frage ich mich ob das einfach eine Kurzschlussreaktion war oder ob die sich tatsächlich mit den Anschuldigungen auseinander gesetzt haben. Man darf nicht vergessen das es eben nicht um irgendwelche schwammigen und an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfe geht, sondern um ganz konkrete Verfehlungen für die sich Naidoo noch nie entschuldigt hat. Von ihm kommen bestenfalls nur Ausflüchte und die Aussage er würde falsch verstanden.

Selbst nach der Nominierung für den ESC hätte er sich noch öffentlich und medienwirksam entschuldigen und von seinen Aussagen distanzieren können, was er wiederum nicht getan hat.

Zudem kommt immer wieder der Begriff einer „Hetzkampagne“ der Medien auf, was ich ebenso nicht verstehe. Die Medien berichten von dem was Naidoo gesagt hat. Das vergangene Aktionen einer Person berichtet werden wenn diese Person – aus welchem Grund auch immer – wieder mehr in das Zentrum der Aufmerksamkeit rückt ist nur normal. Da es hier dann darum geht wer Deutschland bei einem internationalen Wettbewerb vertritt rückt da natürlich alles in den Mittelpunkt das sich um die Auffassung von Deutschland dreht.
Und das die Medien nicht über die Entschuldigungen von Naidoo berichten liegt daran das er sich – wie oben beschrieben – eben nie entschuldigt hat, geschweige denn das von im gesagte revidiert hat.

Nochmal zur Verdeutlichung all die Sachen die er gesagt oder getan hat:

  • Homophobie mit Gewaltfantasien
    Der Song „Wo sind sie jetzt?“ würde nicht mal im Zuge von Game of Thrones verfilmt werden, so drastisch ist er. Zudem stellt er sehr eindeutig den Zusammenhang zwischen Kindesmissbrauch und Homosexuallität. Es hat hier eine Anzeige gebraucht bis Naidoo und Savas sich entschuldigten (http://www.taz.de/!5079377/). Interessanterweise kann er selbst da nicht das Problem in seinen Texten erkennen, selbst bei der Rufe nach „starken Männern“ und „Führern“ sieht er nicht mal ansatzweise ein Problem.
  • Antisemitismus
    Im Lied „Raus aus dem Reichstag“ wirds dann in eine andere Richtung sehr heftig. Dort heißt es:

    „Wie die Jungs von der Keinherzbank, die mit unserer Kohle zocken
    Ihr wart sehr, sehr böse, steht bepisst in euren Socken
    Baron Totschild gibt den Ton an, und er scheißt auf euch Gockel
    Der Schmock ist’n Fuchs und ihr seid nur Trottel“

    Selbst wenn wir den offensichtlichen strukturellen Antisemitismus außer Acht lassen, hier wird konkret „Baron Totschild“ genannt, was sich auf die Familie Rothschild bezieht die in sämtlichen antisemitischen Verschwörungstheorien die angeblichen Drahtzieher einer jüdischen Weltverschwörung sind. Zudem wird das jiddische Schimpfwort Schmock benutzt und in diesem Zusammenhang das klischeehafte Fuchs für jüdische Bänker. Eine solche Ausdrucksweise war im 3. Reich vollkommen normal. Mehr hier http://www.huffingtonpost.de/2014/10/16/xavier-naidoo-antisemitismus_n_5994710.html

  • 9/11
    Im Stück „Goldwaagen/Goldwagen“ besingt er eine Verschwörungstheorie um die Anschläge am 11. September 2001, was er auch in späteren Interviews immer wieder wiederholt.
  • naidoo_0

  • BRD GmbH
    Ein Thema das sich wie ein dünner roter Faden durch die bisherigen Punkte zieht und dann als dickes unappetitliches Wollknäuel endet ist die Aussage das Deutschland nicht souverän wäre. Und nein, er meint das nicht im übertragenen Sinne. Es gibt unzählige Interviews wo er das klar und unmissverständlich zum Ausdruck gibt. Das ist auch nicht etwas das er einmal gesagt hat, er wiederholt es ständig, Nehmen wir mal diesen Eintrag eines Verschörungsblog wo man gut sehen kann wie abartig das ganze doch ist. Das zeigt sich dann auch schonmal an einem „Freiheit für Deutschland“ T-Shirt.
  • NPD
    All der Müll oben ist schon schlimm genug (nochmal zur Betonung, er hat nichts davon wirklich zurück genommen) aber dann war er auf einer Kundgebung der NPD. Nicht etwa um gegen die eindeutig rechtsextreme Partei zu protestieren sondern um mit „ihnen zu reden“ (http://www.zeit.de/kultur/2014-10/xavier-naidoo-systemkritik-reichsbuerger). Auch davon hat er sich nicht distanziert. Er wird sogar von der NPD dafür gelobt und auch hier sagt er nichts gegen. Seine Aussage das Jesus auch mit allen Menschen gesprochen hätte wirkt wie ein Hohn wenn man sieht wie diametral doch das gesamte Parteiprogramm der NPD dem gegenübersteht was Jesus gepredigt hat. Wenn man zur NPD geht um mit ihnen zu „reden“ dann nur und ausschließlich um ihnen zu sagen das alles für das sie stehen höchst unchristlich ist.

Zusammengefasst darf so ein Mensch unter KEINEN Umständen Deutschland bei einer internationalen Veranstaltung vertreten. Ja, unsere Demokratie muss auch eine solche Person aushalten, aber öffentliche Auftritte im Namen Deutschlands sind ein eindeutiges No-Go. Unterstützung durch Christen ist mir hier vollkommen unverständlich, Gebet um Einsicht und Vergebung wären eher angebracht.

Paris – Die Freude des Herrn Todenhöfer

Todenhoefer3Das die Liste derer die sich insgeheim über die Anschläge in Paris freuen lang sein würde war klar. Natürlich freuen sich nur ganz kranke Extremisten auch öffentlich und auch diejenigen die komplett ausblenden das dort Menschen gestorben sind und immer noch leiden sind nicht wirklich viele. Aber doch gibt es sie, die „Ich hab’s ja gewusst“ Sager. Die rechten Spießgesellen, die nicht verstehen, dass es genau dieser Terror ist vor dem Menschen Flüchten – oder es nicht verstehen wollen – muss man wohl nicht gesondert erwähnen, aber leider haben sich da noch mehr Leute herauskristallisiert.

Allen voran Herr Jürgen Todenhöfer der wieder einmal das Leid von Menschen ausnutzt um seinen unreflektierten Antiamerikanismus zu verbreiten. Da dies mit einem griffigen Bild passierte das von leider viel zu vielen meiner Facebook Kontakte geliked oder sogar geteilt wurde muss ich dazu etwas schreiben. Die Aussage das „Unsere“ Kriege Ursache für den Terrorismus wären ist einfach falsch. Die Aussage suggeriert das vor dem Eingreifen des Westens die Menschen im Nahen Osten friedlich und frei miteinander gelebt hätten. Das war noch nie der Fall. Der Terror ist nur meistens regional beschränkt. Bombenanschläge, Revolutionen, Gegenrevolutionen und Putsche waren in den entsprechenden Ländern an der Tagesordnung und sind es teilweise noch heute. Hier sind immer viele unterschiedliche Gruppierungen am Werk die eben zum Teil auch extrem konservative Ansichten vertreten. Mal sollen Frauen wie Tiere gehalten werden, mal bringt man Andersgläubige um (Schiiten und Sunniten kämpfen dann schon mal gerne gegeneinander) und mal wird einfach gegen die westliche Dekadenz angekämpft. Ja, dabei gab es immer wieder Einmischung durch den Westen die sehr unterschiedliche Beweggründe hatte, aber es war ein Einmischung und keine ursächliche Aggression „unsererseits“.

Um es mal an einem vereinfachten Beispiel klar zu machen: Wenn ich sehe wie eine Frau auf der Straße von mehreren Männern belästigt wird und ich mich einmische dann ist die Aggression bereits da, ich ziehe sie nur auf mich. Man kann also höchstens sagen das „Unsere“ Kriege den Terror zu uns gebracht haben, sie sind aber nicht seine Ursache. Hier geschieht wieder eine Verschiebung der Schuldfrage die ich bereits in einem anderen Artikel kritisiert habe.

Jetzt mag einer sagen das der Westen sich nur aus niederen Beweggründen in die Belange der Länder im mittleren Osten einmischt. Selbst wenn ich dem zustimmen würde (was ich auch nicht zu 100% kann) bleibt die Frage was nach der Einmischung passiert. Wenn ich der Frau aus obigem Beispiel nur helfe um ihr zu imponieren und mir von ihr eine „Belohnung“ erwarte, sind das ebenso niedere Beweggründe, solange ich die Frau aber zu nichts zwinge sind die Beweggründe letztendlich egal.

Herr Todenhöfer legitimiert die Attentäter von Paris mit seinem Spruch in dem was sie tun. Seinen Worten nach ist es „Unser Krieg“ der zu den Terroranschlägen geführt hat und diese Aussage darf man so nicht stehen lassen. Der Terror existierte vorher. Der Terror geht von den Terroristen aus und es gibt keine Entschuldigung für ihn. Und wir als Weltgemeinschaft müssen uns weiterhin einmischen wo es Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen gibt, auch auf die Gefahr hin das dann der Terror zu uns kommt. Wegschauen um selbst sicher zu sein darf keine Option sein.

Die braune Gefahr von der anderen Seite

Ich hatte bereits über die andere Seite des Pferdes geschrieben, von der wir jetzt bitte nicht runter fallen sollten. Leider muss ich doch vermehrt feststellen das einige meiner Bekannten von einer anderen braunen Propaganda einwickeln lassen. Einer Propaganda die eben nicht so offensichtlich ist wie PEGIDA oder die AfD, aber nicht weniger gefährlich.

Ein Beispiel dafür ist ein Bild das Jürgen Todenhöfer veröffentlicht hat und das von einigen Leuten geteilt wurde. Um zu veranschaulichen was daran problematisch ist habe ich das Bild ein wenig angepasst.Todenhoefer Den tatsächlichen Wahrheitsgehaltes der grün umrandeten Aussagen zu prüfen dürfte schonmal schwierig sein. Gerade das Verhältnis von Freiheit zu Sicherheit ist immer schwer einzustufen. Wie viel besser geht es einem Land das Frauen nicht mehr wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden und wie ist das im Vergleich zu setzten wenn jetzt mehr terroristische Anschläge verübt werden?

All die Länder auf dem Bild hatten oder haben eine Diktatur und die Kämpfe die dort gefochten wurden wendeten sich immer gegen diese Diktatur. Todenhöfer möchte mit diesem Bild zum Einen natürlich die USA (und indirekt Israel) an den Pranger stellen (was er nahezu mit allem beabsichtigt was er tut) indirekt aber auch die vorhandenen Diktaturen verteidigen. Es ist bekannt das er nicht sonderlich kritisch mit Assad ist (siehe z.B. hier und hier) und sich ansonsten gerne auf die Seite der Terroristen stellt.

Die Idee den Hauptgrund für die Flüchtlingskrise alleine bei den Amerikanern zu suchen blendet vollkommen aus, dass die Täter aktuell Terroristen sind. Gerade im Fall Syrien war das ganze fast schon lächerlich. Wenn man sich darüber beschweren will das die Rebellen in Syrien mit Waffen ausgestattet werden um gegen Assad zu kämpfen der seine eigenen Leute bombardiert muss in der Sichtweise des Problems etwas vollkommen schief laufen.

Wenn das dann noch von Leuten kommt die vehement gegen die Vorratsdatenspeicherung sind weil „Freiheit > Sicherheit“ fehlt mir dann jedes Verständnis.

Wer seine Freiheit aufgibt um Sicherheit zu erlangen wird beides verlieren. Das trifft nicht nur auf Bit&Bytes und Überwachung zu sondern eben auch auf Menschen die in ihrem Land für Freiheit kämpfen und dabei sterben. Hier darf man aber in keinem Fall diejenigen für die Opfer verantwortlich machen die für ihre Freiheit kämpfen oder diese unterstützen sondern muss im Auge behalten wer unterdrückt und versucht seine Macht zu erhalten.

Das alles entstammt einem Antiamerikanismus bzw. strukturellem Antisemitismus der in meinen Augen gefährlicher ist als die Parolen eines Lutz Bachmann. Man darf nie vergessen das die Nazis in den 30er Jahren nicht mit Fremdenhass an die Macht gekommen sind sondern viel subtiler mit Querfrontstrategien und undifferenzierter Kapitalismuskritik.

Krebs? Mir doch Wurst!

Es ging in den letzten Tagen durch die Medien das Wurst und rotes Fleisch Krebs erregend sind. Wie immer bei solch wissenschaftlichen Themen ist das was in den Medien ankommt stark vereinfacht. Bevor jetzt wieder Vegetarier oder Veganer aufschreien das sie das ja schon immer gewusst haben sollten wir uns mal mit den Fakten beschäftigen und uns genau anschauen was die WHO veröffentlicht hat:

http://www.who.int/features/qa/cancer-red-meat/en/
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Die Flüchtlinge und die andere Seite vom Pferd

Es wurde in letzter Zeit viel über Flüchtlinge und vor allem die „besorgten Bürger“ geschrieben die eigentlich entweder dumm, oder extrem rechts, meistens aber beides sind. Deutschland hat aber auch gezeigt das wir als Gemeinschaft eben nicht dumm, rechts oder gar unmenschlich sind, sondern hilfsbereit und mitfühlend. Es werden große Anstrengungen unternommen um denen zu helfen die alles verloren haben und das ist gut so.
Zudem zeigt sich das der Widerstand gegen den braunen Mob, sei er offensichtlich wie NPD, Pegida oder AfD, oder versteckt wie die Stammtischgespräche oder das Dorfgeflüster stärker wird – Und das ist gut so.
Leider passiert aber jetzt genau das was ich schon vor einiger Zeit befürchtet habe. Die intelligenteren Hetzer am rechten Rand haben schon länger eine Methode entwickelt demokratische Werte zu diskreditieren und totalitäre Systeme als nicht ganz so schlecht darzustellen. Das hat bei der Ukraine Krise nur bedingt funktioniert, vielleicht weil es zu offensichtlich war oder wir hier in Deutschland nicht direkt betroffen waren. Doch jetzt hat man einen Hauptverantwortlichen für die Flüchtlingskrise gefunden: Die USA. Nicht Assad oder die Terrororganisation IS, oder das totalitäre Regime im Iran oder auch Saddam Hussein, die Taliban oder Al Quaida sind Haupttäter in der Destabilisierung des mittleren Ostens sondern die demokratisch geführte USA. Hätten diese sich mit „ihren“ Kriegen nicht in die Belange der Länder dort eingemischt wäre die Lage noch stabil und wir hätten keine Flüchtlinge. Das perfide an dieser Idee ist die Tatsache das man dem nicht wirklich mit Fakten begegnen kann. Vielleicht wäre die Lage im mittleren Osten wirklich noch „stabil“ wenn es absolut keine Einmischung der USA gegeben hätte – genauso stabil wie die Lage in Europa in 1950 gewesen wäre wenn Deutschland nicht bei seiner „Befriedung“ gestört worden wäre?
Bei aller berechtigten Kritik an der USA (der 2. Irak Krieg war sehr eindeutig völkerrechtswidrig) darf man auch die Fakten nicht aus den Augen verlieren, die USA ist demokratisch geführt und somit ändern sich hier auch politische Ausrichtungen. Wo der Eine meint das die Destabilisierung durch den Angriffskrieg von Bush ausgelöst wurde sieht der Andere das Problem eher um zu frühen Abzug der Schutz und Ausbildungstruppen unter Obama.
Daher bitte nicht vergessen wer die wahren Akteure im aktuellen Konflikt sind: Assad der sein Land diktatorisch führt und auch vor Einsatz von Giftgas nicht zurück schreckt und der IS dessen Gräueltaten unbeschreiblich sind.
Lasst uns für Demokratie einstehen, für freie Wahlen und Gleichberechtigung aller Menschen, ohne Ansehen von Geschlecht, Religion, Hautfarbe oder sexueller Ausrichtung. Lasst uns nicht auf die Leute reinfallen die durch die Hintertür strukturellen Antisemitismus oder Verschwörungstheorien verbreiten und damit unsere Demokratie untergraben wollen.