Providence #9

010 Providence #9Robert Black hat sich ein wenig von dem Horror der letzten Hefte erholt und ist immer noch bestrebt Informationen für sein Buch zu sammeln. Er trifft hier auf Henry Annesley der die seltsamen Gegebenheiten die Black untersucht versucht mit Wissenschaft näher zu kommen und Howard Charles der ihm die alte Kirche zeigt wo sich früher die Stella Sapiente getroffen haben.

Und auch Lovecraft selbst trifft unser Protagonist wieder sowie seine Mutter die in einem Irrenhaus einsitzt. Der Horror hier ist ein wenig subtiler und ensteht nur durch das darstellen der seltsamen Geschöpfe die eben nicht alle sehen können. Nur Henry Annesley sieht sie mit einer Brille die von der Form her stark an die Comic-Panels erinnert die in der Serie durchweg benutzt werden und so darauf hindeuten das auch wir die die Geschöpfe eben durch diese Brille sehen.

Man erfährt einiges mehr über das die Geschuchte des Buches „Kitab“ oder „Halis Buch der Weisheit von den Sternen“, ein Analog zum Nekronomikon aus den Lovecraft Geschichten das bereits in Heft 6 ausführlich diskutiert wurden.

Jemand hat die Serie mal als „Slow-burn Horror“ bezeichnet und das trifft es sehr gut. Vor allem lebt es durch eine sehr detaillierte Arbeit von Alan Moore der akribisch Referenzen einbaut und auch das was gezeichnet wird im Detail beschreibt.

Providence #8

008 Providence #8In der letzten Ausgabe war der Horror wieder etwas „normaler“ geworden mit Monstern und dergleichen, jetzt geht es in eine vollkommen andere Richtung; die Verbindung von Traum und Realität. Witziges Detail, Lovecraft selbst kommt vor und unser Protagonist hat die Möglichkeit mit seinem Idol zu reden.

Hier treffen Fiktion, Fiktion und Wirklichkeit aufeinander indem Moore seinen Protagonist mit Figuren aus Lovecrafts Geschichten sowie Lovecraft selbst zusammentreffen lässt, sowie das ganze mit einem wilden Übergang zwischen Traum und Realität verbindet wird das ganze sehr surreal. Genau das macht es aber erträglicher als die bisherigen Hefte, da man einen gewissen Abstand zu der Geschichte schaffen kann.

Wie immer helfen die Anmerkungen auf dieser Seite zum tieferen Verständnis.

Providence #7

004 Providence #7Nach dem sehr verstörenden Heft 6 sind wir jetzt wieder eher bei traditionellem Horror mit Monstern und Träumen und eben auch ein wenig Bezug zur Realität. Gerade letzteres macht Moores Serie so beängstigend weil man doch sehr schnell Parallelen zieht wo eigentlich keine sind.

Wie immer sollte man das Heft langsam lesen und mehrfach. Zudem sind die Anmerkungen hier hilfreich.

Hervorragende Arbeit wie immer, weniger Unterhaltung als viel mehr eine Studie was Comics sein können.

Providence #6

Providence006Alan Moore Comics können Spass machen (das hat man z.B. an seinen Supreme Geschichten gesehen) im Normalfall tun sie das jedoch nicht. Weder Watchmen noch V für Vendetta macht „Spass“ sondern regt zum (Mit)denken an und öffnet oftmals ganz neue Perspektiven auf die Welt. Bei den Lovecraft Geschichten von ihm ist das nochmal anders. Entweder verstören sie oder sie machen Angst, meistens beides, das aber auf eine solch faszinierende Art und Weise das man weiterlesen will.

Ich bin definitv kein Horror Fan. Ich schaue kein Walking Dead und lese auch kein Crossed, aber diese Serie hier fasziniert mich. Mit dem was in diesem Heft passiert kann ich gerade noch so leben, vor allem weil das wirklich verstörende nicht die Szene ist die auf den ersten Blick so wirkt, sondern eher das Ende und die Tatsache das man bis Ende Februar warten muss um zu sehen wie das nun wieder aufgelöst wird.

Das hier ist kein blutiges Spektakel wie Crossed, enthält aber so viel mehr verstörende Dinge die aber eben noch verständlich sind und nicht einfach abgehoben.

Moore at his Best.

Miracleman von Alan Moore

IMG_0408In 1982 wurde ein damals noch recht frischer Alan Moore damit beauftragt die von Mike Angelo geschaffene Figur Marvelman für das britische Comicmagazin Warrior neu zu beleben. Marvelman war von Angelo in den 50er Jahren als Analog zu Captain Marvel erschaffen worden und bis zu Moores Übernahme waren die Geschichten ähnlich einfach gestrickt wie das damals üblich war.

Nach vielen Jahren und Rechtsstreitigkeiten in deren Verlauf der Name des Helden auch in Miracleman geändert wurde weil Marvel gegen den Namen Marvelman geklagt hatte sind die Rechte nun – dank Neil Gaiman – ironischerweise bei Marvel gelandet. Er wird hier nur als „The Original Writer“ aufgeführt weil er zum Einen nichts mehr mit den großen Verlagen zu tun haben möchte, zum Anderen aber auch weil er zu einer Zeit an Miracleman arbeitete als nicht geklärt war wo die Rechte überhaupt liegen was er aber erst später erfuhr. Für ihn war es wichtig das möglichst viel der Einnahmen an Angelo gingen. Dieser war auch mit der Wiederveröffentlichung durch Marvel einverstanden und wurde entsprechend entschädigt, konnte aber leider die tatsächliche Veröffentlichung nicht mehr erleben.

Marvel veröffentlichte bisher 16 Hefte die eben jene Moore Storys – leicht aufbereitet – bieten mit einer ganzen Menge Bonusmaterial. So findet man oft die Skripte und Skizzen der Zeichner sowie alte Storys von Angelo als Backup.

Moore stellte bereits hier alles auf den Kopf und begann mit der wohl ersten ernsthaften Dekonstruktion eines Superhelden und der Betrachtung wie Superhelden sich wohl auf unsere echte Welt auswirken würden. Alles in Allem ist es sehr düster, zum Teil abgefahren und in jedem Fall wortgewaltig. Interessant ist zudem das auch die alten Marvelman Abenteuer eingebunden werden, aber eben auf eine Moore typische Art.

Wie bei allen Werken von Moore ist das Artwork extrem passend gewählt, was natürlich auch an Zeichnern wie z.B. Alan Davis liegt, der ebenso u.a. mit Miracleman seine Karriere startet oder John Totleben den Moore von Swamp Thing mit zu Miraclaman brachte. Man darf aber hier nie vergessen das Moore schon damals extrem genaue Anweisungen gab wie etwas gezeichnet werden soll, was man in den Skripts sehr gut erkennen kann. Das soll nicht die Arbeit der Zeichnern schmälern – da man auch erst einmal solch detailierten Anweisungen vernünftig folgen können muss – aber es zeigt das Moore schon immer eine genaue Vorstellung davon hatte wie etwas wirkt und wie genau das Medium Comic funktioniert.

Wie vieles von Moore (Watchman, V for Vendetta oder League of Extraordinary Gentleman) gehört Miracleman somit zu der Pflichtlektüre eines jeden Fans von Superhelden Comics und dank Marvel ist das jetzt erschwinglich und sogar auf Deutsch erhältlich.

The Courtyard / Neonomicon

Eines der Comics von Alan Moore das mir bisher entgangen war, war The Courtyard / Neonomicon. Das lag primär daran, das ich kein so großer Horror Fan bin und sich dann meine Bereitschaft Geld auszugeben doch ein wenig in Grenzen hält. Nachdem aber im Winter jetzt eine neue Serie von Alan Moore angekündigt wurde die sowas wie eine Prequel zu The Courtyard / Neonomicon sein soll, war ich doch neugierig. The Courtyard gab es nur gedruckt, aber das Neonomicon konnte ich dann über ComiXology bekommen.

Die Geschichten sind seht stark mit dem Cthulu Mythos Lovecrafts verbunden und Moore nutzt auch Verweise auf andere Geschichten von Lovecraft.

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