Avatar: Aufbruch nach Pandora

Zunächst einmal der wichtigste Punkt: Über diesen Film zu urteilen ohne ohne ihn in 3D gesehen zu haben ist als würde ein Blinder einen Stummfilm bewerten. Avatar wurde für 3D geschaffen und jede Sekunde, jede Einstellung und jede Scene lebt davon das es in 3D zu sehen ist. Man ist dazu verleitet von Zeit zu Zeit die Brille abzunehmen weil das 3D Sehen nach ein paar Minuten vollkommen normal und man das „Aha“ Erlebnis vermisst. Ich frage mich jetzt schon welche Auswirkungen das auf den Blu-Ray Verkauf haben wird.

Viele haben sich über die Story beschwert. Sie wäre zu seicht, zu vorhersehbar, zu generisch. Ja, das ist sie. Die Story überrascht in keiner Weise, keine der Wendungen ist unvorhersehbar, alle Charaktere sind so in zig anderen Filmen schon vorgekommen. Die Story als Buch würde jämmerlich untergehen. Macht das den Film zu einem schlechten Film? Nein, das denke ich nicht, im Gegenteil. In den meisten Filmen dienen die Special Effects dazu die Story zu erzählen. Mal subtil, mal offensichtlich, aber immer wurden die Effekte so eingesetzt das die Story interessant erzählt wurde. Die Versuche das herum zu drehen scheitern meistens daran, das man Effekte nimmt und eine meist umglaubwürdige Story herum baut (z.B. Alarm für Cobra 11). Avatar geht hier einen anderen Weg. Man nimmt einen Story die schon hunderte mal erzählt wurde, eine Story wo der Kinogänger sofort weiss was passieren wird, eine Story die bereits so in seinem Gehirn festsitzt, das er darauf keinen Gedanken verschwendet.

Genau das lässt Platz für das was den Film ausmacht: Die Special Effects. Ich war schon bei „Star Wars: Die Dunkle Bedrohnung“ überrascht wie weit die Digitaltachnik ist. Jar-Jar Binks sah wirklich gut aus, aber man hat immer noch erkannt das es einen Schöpfung war. Hier war mal ein Blick falsch, dort eine Bewegung, und dann stimmte die Größe nicht. Auch bei Herr der Ringe gab es immer wieder kleine Ungereimtheiten an denen man erkennen konnte wo und wie die Special Effects gemacht wurden. Von Filmen wie Terminator 2 oder 3, die zwar bombastisch aussahen, wo die Effekte aber sehr offensichtlich waren gar nicht zu reden. Bei Avatar ist das absolut NIE der Fall. Alles wirkt absolut echt und authentisch. Selbst wenn man sich durch die einfache Story vollkommen darauf konzentrieren kann nach Fehlern zu suchen, selbst wenn die fantastsiche Fauna von Pandora mit ihren biolumineszierenden Pflanzen danach schreit das dies so nicht real sein kann, findet man keine Fehler. Alles IST echt.

Eine tolle Story mit Überraschenden Wendungen und nicht ganz so stereotypen Charakteren hätte von dieser Tatsache abgelenkt. Vielleicht wäre Avatar dadurch ein tiefgreifender Film geworden, aber sicher nicht besser. Avatar will keine tolle Story mit Hilfe von Special Effects erzählen, Avatar will Special Effect perfekt eingebettet in eine bekannte Story präsentieren. Der einzige leicht negative Punkt der mir aufgefallen ist, war die Tatsache das Cameron noch vernünftig geblieben ist. Er hat die Compzuteranimation von Haaren so weit wie möglich unterlassen, weil das mit der heutigen Technik noch nicht in angemessenen Rahmen zu machen ist. Alles Andere passt einfach.

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