Verwirrter Idealismus?

Gestern Abend beim rumzappen kurz bei Anne Will gelandet und da musste ich mich doch mal wieder sehr verwundern. Einer der Gäste, Frau Jutta Ditfurth sprach mal wieder von einer Verstaatlichung der Banken und auf Einwurf des Herrn Hans Werner Sinn das ja gerade die staatlichen Banken in den letzten Wochen die größen Verluste hinnehmen mussten meinte Frau Ditfurth nur, das man das ja auch intelligent machen müsste.

Warum begreifen die Idealisten den nicht das der Idealismus nur solange funktioniert solange er nicht auf reale Menschen trifft? Da Frau Ditfurth ja zudem auch noch strenge Gegnerin jeglicher Überwachung ist verstehe ich in keinster Weise wie sie sich eine funktionierende verstaatlichte Bank vorstellt, die Finanzen „sinnvoll“ verwaltet. Sobald Menschen ins Spiel kommen, kommen auch Egoismus, Neid, und sonstige Laster ins Spiel und natürlich geht dann einiges schief. Ja, ich denke auch das die aktuelle Krise zu einem erheblichen Teil von Habgier hervorgerufen wurde, aber nur weil eine Bank jetzt als „staatlich“ deklariert ist bleibt die Habgier doch nicht außen vor.

Handybeweis

In der Zeitung war es zu lesen und auch auf HR-Online. In der SPD Hessen gab es unter der Hand Diskussionen darüber ob man die Stimmzettel zur Wahr des Ministerpräsidenten per Handyfoto festhalten sollte. Allein das diese Idee in der SPD Fraktion überhaupt aufgekommen ist, macht die Vorwürfe gegen die 4 sogenannten Abweichler, gegen die Demokratie verstoßen zu haben, lächerlich.
Natürlich wurde das nie „offiziell“ vorgeschlagen (das hätte wohl der gesamten Spitze der SPD jetzt den Kopf gekostet) oder auch nur angeregt, aber das man darüber diskutiert hat und das scheinbar niemand deutlich eingegriffen hat zeigt, wie sehr man sicher stellen wollte das Frau Ypsilanti gewählt wird – und das auch gerne mit zweifelhaften Mitteln.

Ich frage mich wohin wir uns langsam bewegen?

Pisa

Ein Artikel auf Welt Online geht hart mit den Verfechtern der Gesamtschulen ins Gericht:

http://www.welt.de/politik/article2739985/Pisa-Erfolge-sind-keine-Frage-des-Schulsystems.html

Ich selbst sehe ebenfalls keinen Sinn darin krafthaft zu versuchen alles zu integrieren und zu vermischen. Kinder die mehr Förderung und weniger Forderung bedürfen sollten zusammen unterrichtet werden, so wie es im dreigliedrigen System üblich ist, hier können sich auch die Bildungskräfte viel eher auf das entsprechende Niveau einstellen UND man kann in den Bereichen wo notwenig von den Lehreren eher soziale Kompetenz verlangen als nur fachliche. Dies aber jetzt von allen Lehrern verlangen zu wollen ist schlicht und einfach utopisch.

Hinzu kommt das Kinder dazu neigen grausam zu sein (was ich als Kind zum Teil selbst erleben musste) und das Ideal das Kinder die leichter lernen denen die es schwerer haben helfen ist ebenfalls eine Utopie. Ich hoffe das man hier recht schnell Vernunft annimmt und versucht ein vernünftiges System auf die Beine zu stellen.

Wikipedia abgeschaltet?

So, oder so ähnlich stand es heute in der Tageszeitung. Und obwohl in dem eigentlichen Artikel dann korrekt erklärt wurde das nicht etwa die komplette Wikipedia abgeschaltet wurde, sondern nur die Weiterleitung von www.wikipedia.de auf de.wikipedia.org durch eine einstweilige Verfügung abgeschaltet wurde zeigt es doch wie sensationslüstern die Presse ist.

Das der Bundestagsabgeordnete der Linken Lutz Heilmann durch diesen Antrag erst recht auf seine Stasi Vergangenheit hinweißt wird ihm wohl nicht bewußt geworden sein.

Beratungsresistent?

Dieser Euphemismus trifft wohl den Zustand der Führung der hessischen SPD zur Zeit recht gut. Besonders Frau Ypsilanti scheint das verinnerlicht zu haben. Da scheitert Sie bei ihrem Versuch Roland Koch als Ministerpräsidenten abzulösen kläglich sieht aber ihre einzige Verfehlung darin VOR der Wahl ein Bündniss mit der Linkspartei kategorisch ausgeschlossen zu haben. Mit Thorsten Schäfer-Gümbel wählt sie einen engen Vertrauten als Spitzenkanidat, der zudem genau ihre Politik weiter vertreten soll.

Entweder ist Frau Ypsilanti wirklich so kurzsichtig und der Meinung das ihr Weg so richtig sei, oder aber man hat das Ganze von Seiten der SPD so geplant um dann bei der Wahl in 4 Jahren mit einem gemäßigteerem Team besser da stehen zu können. Für den Januar sehe ich allerdings schwarz/gelb mit einem Roland Koch der in zu vielen Dingen bestätigt wurde.

Untergang oder Rückkehr der Demokratie.

Wenn man sich nach dem heutigen Tag die Presse und vor allem die Kommentare zu einigen Meldungen durchliest könnte man fast glauben das der Untergang der Demokratie bevorsteht. Da wird von 4 Tyrannen gesprochen die der Partei ihren Willen aufzwingen, von undemokratischen Mitteln und über Rebellion.

Für mich steht fest das die nun gescheiterte Wahl von Frau Ypsilanti zur Ministerpräsidenten zwar in meinen Augen fatal gewesen wäre und ein bisher noch nie dagewesener Wortbruch, aber sowohl rechtens als auch demokratisch gewesen wäre. Genauso ist dies aber auch jetzt der Fall. Es gibt sowas wie einen Fraktionszwang nicht und das 4 Abgeornete aus Gewissensgründen jetzt eine andere Entscheidung treffen ist ebenso rechtens wie auch demokratisch.

Auch das die SPD einen großen Schaden davongetragen hat kann ich so nicht sehen. Der Schaden mag da sein, aber der ist erst durch das Vorgehen von Frau Ypsilanti entstanden und die Entscheidung von Metzger, Walter und Co. trägt nun eher zur Schadensbegrenzung bei. Wie hätte die Partei dagestanden wenn ab Morgen eine nicht an der Regierung beteiligte Minderheit maßgeblich Entscheidungen mit beeinflusst hätte. Anzunehmen das dies nicht eingetreten wäre ist naiv.

Ich hoffe nur das Herr Koch ebenfalls die Lehre daraus zieht das Wortbruch sich auf lange Sicht nicht auszahlt und das vielleicht endlich in Deutschland zu einer ehrlicheren Politik zurück gekehrt wird.

Das Chaos geht weiter (zum Glück?)

Verschiedene Nachrichtenagenturen melden übereinstimmend das Ypsilantis Pläne sich zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen gescheitert sind. 4 Abgeordnete wollen aus der SPD Fraktion austreten und haben angekündigt Ypsilanti nicht zu wählen.

Somit sind hoffentlich die Pläne bezüglich Wirtschaft, Energie und Schulpolitik erstmal auf Eis gelegt. Keiner dieser Richtungen in die sich SPD und Grüne bewegen wollten halte ich für wirklich machbar, geschweige denn sinnvoll.

Es bleibt allerdings zu hoffen das auch die CDU aus der ganzen Sache gelernt hat und dies nicht einfach als Bestätigung ansieht.

Bildungsgipfel

Heute Morgen war auf HR3 das Thema der Bildungsgipfel in Dresden und dazu wurde ein Lehrer eine Gesamtschule befragt was so die größte Herausforderung wäre. Seine Aussage war, dass man heutzutage die Klasse nicht mehr als Gemeinschaft sehen könnte, sondern das man eher auf das Individuum eingehen müsse.

Hier frage ich mich ob das der Richtige Weg ist. Eins der großen Probleme der modernen Gesellschaft ist in meinen Augen der immer größer werdende Individualismus und die Ich-Bezogenheit. Genau dem sollte man so früh wie möglich entgegenwirken und dies nicht auch noch fördern. Eine freie Entfaltung der Kinder kann nur dann auf lange Zeit Erfolg haben wenn sie Hand in Hand mit der Fähigkeit kommt sich in bestehende Strukturen einzupassen.

Mir kommt es vor als versucht man mit aller Gewalt dem früheren Bestreben der Gleichschaltung so stark entgegen zu wirken, dass man über das Ziel hinaus schiesst.

Iron Man: Der Film

Wo wir schonmal dabei waren die Marvel Verfilmungen anzuschauen haben wir uns dann auch noch den erst neu auf DVD erschienenen Iron Man zusenden lassen. Nach den Fantastischen Vier und Spider-Man 3 war meine Erwartungshaltung nicht sonderlich hoch und wir haben uns dann mal auf sehr seichtes Popcorn Kino mit mittelmäßigen Effekten vorbereitet.

Was wir allerdings geboten bekamen war atemberaubend. Nicht nur das die Effekte genial und die Action großartig inszeniert war, die Schauspieler, allen vorran Robert Downing Jr. als Tony Stark lieferten eine erstklassige Leistung ab. Jetzt verstehe ich auch was die Leute meinten wenn sie auf dieversen Seiten schrieben „Robert Downing Jr. IST Tony Stark“. Dieser Film hat alles was ein Blackbuster braucht und noch mehr. Sogar etwas kritische Töne gegenüber der aktuellen militärischen Politik der USA werden angeschlagen und durch den Wandel von Tony Stark vom vermeintlichen Patrioten zu einem eher nachdenklichen „Helfer“ wird von Downing gut dargestellt.

Besonders gut hat mir auch die Tatsache gefallen das man eben nicht alles mit einfachen Lösungen präsentiert (Iron Man setzt auch wieder Gewalt ein) sondern im Hintergrund eher zum Nachdenken anregt…sofern man das will.

Die Effekte sind mit das Beste was ich je in einem Superhelden Film gesehen habe und man könnte tatsächlich den Eindruck bekommen eine Rüstung wie die von Iron Man wäre in Wirklichkeit machbar. Da man sonst auf sehr viel bunte Effekthascherei verzichtet hat kommt dieser „realistische“ Aspekt noch sehr viel besser rüber.

Auch die Nähe zur Comicvorlage ist in sehr vielen Punkten gewahrt geblieben und die Ankündigung sich bei den nächsten beiden Teilen an der aktuellen „Invincible Iron Man“ Serie zu orientiert verspricht auch hier nur gutes.