Moderne Mythen: (Evolutions-)theorie

Da mir gerade auf Facebook aber auch im persönlichen Gespräch immer mal wieder Begriffe um die Ohren gehauen werden mit einer Erklären das „sowas ja gar nicht sein könne“ und „unmöglich“ wäre möchte ich hier einfach mal mit meinen (hoffentlich einfachen) Worten ein paar dieser Begriffe erklären.

Heute geht es in der Serie „Moderne Mythen“ im den Begriff Theorie, der primär im Zusammenhang der Evolutionstheorie falsch verstanden wird.

Oftmals wird in Diskussionen um die Evolutionstheorie gesagt das es je „nur“ eine Theorie sei und da weder etwas bewiesen sein könnte noch das man das sonderlich ernst zu nehmen hätte. Das kommt von vollkommen unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes Theorie in der Umgangssprache sowie im wissenschaftlichen Gebrauch.

Umgangssprachlich ist eine Theorie nicht mehr als eine Idee. Ein Gedanke der mir aus heiterem Himmel zu einer Sache kommt kann ich als Theorie bezeichnen und muss nichts beweisen oder logisch erklären. Ich kann so eine Theorie äußern ohne sie geprüft zu haben und wenn dann Widersprüche auftreten kann ich die Theorie entsprechend anpassen oder eben verwerfen.

In der Wissenschaft gibt es sowas auch, nur nennt man das dann Hypothese. Eine wissenschaftliche Theorie ist im Prinzip eine bewiesene Hypothese. Sie muss umfangreich und von unterschiedlichen Leuten geprüft worden sein, sie darf absolut keine Widersprüche enthalten und muss nachprüfbar sein. Sie darf keinen Naturgesetzen widersprechen.
Eine Theorie ist somit das was für Wissenschaftler der Realität am nächsten kommt. Sie kann nicht in letzter Konsequenz bewiesen werden, aber das geht auf wissenschaftlichem Wege sowieso nicht.

Wer die Evolutionstheorie anzweifelt kann genauso gut davon ausgehen das er nur ein Hirn ist das in einer Schüssel schwimmt und alle Eindrücke von einem Computer eingespeist werden da man auch dies nicht 100% wiederlegen kann. Zudem zweifelt auch keiner z.B. die Relativitätstheorie an.

Ein weiteres Missverständnis ist die Idee das eine Theorie sich in ein Naturgesetz verwandelt wenn genug Beweise vorliegen. Das ist ebenso falsch. Ein Naturgesetz beschreibt einen ganz klar umrissenen Sachverhalt, eine Theorie beschreibt Zusammenhänge und kann daher mehrere Naturgesetze umfassen. Sie bleibt aber immer eine Theorie.

Eine eher wissenschaftliche, dafür aber auch genauere Betrachtung gibt es hier:
http://scienceblogs.de/planeten/2008/04/07/was-ist-eine-theorie/

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