Die Flüchtlinge und die andere Seite vom Pferd

Es wurde in letzter Zeit viel über Flüchtlinge und vor allem die „besorgten Bürger“ geschrieben die eigentlich entweder dumm, oder extrem rechts, meistens aber beides sind. Deutschland hat aber auch gezeigt das wir als Gemeinschaft eben nicht dumm, rechts oder gar unmenschlich sind, sondern hilfsbereit und mitfühlend. Es werden große Anstrengungen unternommen um denen zu helfen die alles verloren haben und das ist gut so.
Zudem zeigt sich das der Widerstand gegen den braunen Mob, sei er offensichtlich wie NPD, Pegida oder AfD, oder versteckt wie die Stammtischgespräche oder das Dorfgeflüster stärker wird – Und das ist gut so.
Leider passiert aber jetzt genau das was ich schon vor einiger Zeit befürchtet habe. Die intelligenteren Hetzer am rechten Rand haben schon länger eine Methode entwickelt demokratische Werte zu diskreditieren und totalitäre Systeme als nicht ganz so schlecht darzustellen. Das hat bei der Ukraine Krise nur bedingt funktioniert, vielleicht weil es zu offensichtlich war oder wir hier in Deutschland nicht direkt betroffen waren. Doch jetzt hat man einen Hauptverantwortlichen für die Flüchtlingskrise gefunden: Die USA. Nicht Assad oder die Terrororganisation IS, oder das totalitäre Regime im Iran oder auch Saddam Hussein, die Taliban oder Al Quaida sind Haupttäter in der Destabilisierung des mittleren Ostens sondern die demokratisch geführte USA. Hätten diese sich mit „ihren“ Kriegen nicht in die Belange der Länder dort eingemischt wäre die Lage noch stabil und wir hätten keine Flüchtlinge. Das perfide an dieser Idee ist die Tatsache das man dem nicht wirklich mit Fakten begegnen kann. Vielleicht wäre die Lage im mittleren Osten wirklich noch „stabil“ wenn es absolut keine Einmischung der USA gegeben hätte – genauso stabil wie die Lage in Europa in 1950 gewesen wäre wenn Deutschland nicht bei seiner „Befriedung“ gestört worden wäre?
Bei aller berechtigten Kritik an der USA (der 2. Irak Krieg war sehr eindeutig völkerrechtswidrig) darf man auch die Fakten nicht aus den Augen verlieren, die USA ist demokratisch geführt und somit ändern sich hier auch politische Ausrichtungen. Wo der Eine meint das die Destabilisierung durch den Angriffskrieg von Bush ausgelöst wurde sieht der Andere das Problem eher um zu frühen Abzug der Schutz und Ausbildungstruppen unter Obama.
Daher bitte nicht vergessen wer die wahren Akteure im aktuellen Konflikt sind: Assad der sein Land diktatorisch führt und auch vor Einsatz von Giftgas nicht zurück schreckt und der IS dessen Gräueltaten unbeschreiblich sind.
Lasst uns für Demokratie einstehen, für freie Wahlen und Gleichberechtigung aller Menschen, ohne Ansehen von Geschlecht, Religion, Hautfarbe oder sexueller Ausrichtung. Lasst uns nicht auf die Leute reinfallen die durch die Hintertür strukturellen Antisemitismus oder Verschwörungstheorien verbreiten und damit unsere Demokratie untergraben wollen.

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